Was als harmloser Schuhkauf in Sprockhövel begann, endete mit einem Wutanfall im Josefshospital für Kinder in Bochum.
Wir waren auf dem Weg nach Sprockhövel, als Sebstian im Auto einschlief. Im Schuhladen kraulte ich den schlafenden Sebastian am Hinterkopf während Sein Bruder neue Schuhe anprobierte. Den „Knubbel“, den ich am Hinterkopf bemerkt war weder Pickel noch ein geschwollener Lymphknoten, sondern eine fiese fette Zecke.
Diese war wahrscheinlich seit dem Waldwanderung am Donnerstag auf Seinem Kopf. Da wir im Wald auf den Wegen geblieben waren und uns nicht unbedingt im Unterholz befunden hatten, wiegten wir uns eigentlich in Sicherheit.
Da Sebastian sich oft kratzt, war natürlich sofort die Angst da, daß er sich der Zecke durch ständiges kratzen selbst entledigt und diese mit Ihrem Kopf im Fleisch von Sebstian verbleiben würde. Obwohl ich schon bei Maximilian eine Zecke entfernt habe, wollte ich mich aufgrund des Stadiums des Tieres nicht an dieses heranwagen. Somit sind wir dann mit dem schlafenden Kind ins Josefkrankenhaus nach Bochum gefahren.
Was wir dann dort erlebt haben, war und ist wirklich das lächerlichste Gebaren und inkompetenteste Handeln, dass mir bei den sog. Halbgöttern in Weiß vorgekommen ist. Die junge Ärztin, die sich selbst schon als Zeckenexpertin darstellte, ging mit einer Pinzette und roher Gewalt an die Zecke heran und natürlich (obwohl wir es Ihr vorher gesagt hatten, dass Sie es bitte vorsichtig machen sollte) riss Sie nur den Oberkörper der Zecke ab, damit Sie anschließend mit einer Nadel an der Wunde rumpopeln musste um die Zangen bzw. den Kopf aus der Haut zu entfernen.
Dann die Aussage („Och, dass passiert manchmal…das muss man jetzt beobachten“). Die Körperhaltung und die Wahl der Worte dieser blöden Kuh sprach Bände – „Ich bin hier die Ärztin…“.
Dass Ärzte auch nur eine Dienstleistung erbringen, hat sich in diesem Berufsstand wohl nicht herumgesprochen. Gottseidank sind wir zumindest lernfähig und werden diese Klinik in Zukunft meiden.
Bin jetzt noch auf hundertachtzig…